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La barca del destino, Cornelia Forster, olio 1934


Ich möchte Ihnen noch kurz schildern, wie ich zu dieser Arbeit gekommen bin. Normalerweise gelangt man zu solch einer Aktivität über einen sozialen Beruf, über eine soziale Ausbildung. In meinem Falle ist das ganz anders gelaufen. 
Seit nunmehr 40 Jahren interessiere ich mich für Meditation und Yoga.
Schon als 13 - jähriger Bube ging ich in eine Yoga-Schule.
Dieses Interesse blieb immer lebendig bis heute. Einige Schulen und Meister habe ich kennengelernt in dieser Zeit. 1971 kam mir erstmals der Gedanke, dass Meditation in der Suchthilfe nützlich sein könnte. 1978 besuchte ich den kantonalen Regierungsrat Benito Bernasconi, damaliger Chef des Sozialdepartements im Kanton Tessin, um ihm meine Überlegungen nahezubringen. Ich übergab ihm auch eine kurze Dokumentation über die therapeutische Wirkung der Meditation bei Alkohol- und Drogenmissbrauch. Darauf veranlasste er die Psychiatrische Klinik von Mendrisio ihm einen Bericht über dieses Thema zu schreiben.
Ich hielt darauf einen Vortrag an der Aerzteversammlung der Psych. Klinik. Zusammen mit dem verantwortlichen Direktor der Rehabilitationsstelle der Invalidenversicherung organisierte ich einen Vortrag für alle Fachleute des Sozialwesens im Kanton Tessin.
Ich organisierte auch zwei Vorträge im Kantonalen Gefängnis
"La Stampa" über dieses Thema. Einen Vortrag für das Personal und einen Vortrag für die Insassen. Diese Vorträge gaben keine sofortigen Resultate, aber heute hält der jetzige Direktor regelmässig Meditationskurse im Gefängnis ab. Der damalige Sozialarbeiter des Gefängnisses, Giacinto Colombo, vertraute mir darauf ein junges Paar mit Suchtproblemen an. Sie blieben drei Monate bei mir, worauf ich sie aus den Augen verlor. Danach stellte ich eine sehr umfangreiche Dokumentation zusammen, die ich der Kantonalen Drogenkommission zur Verfügung stellte.
1979 schrieb ich einen Artikel in die Zeitung "Politica Nuova" über das Thema "Meditation und Drogenrehabilitation".
Darauf reagierte die Sozialarbeiterin Luisa Caslini, Mitglied der damaligen Kant. Drogenkommission. Frau Caslini brachte mir eine junge Frau mit grossen Heroinproblemen. 
Frau Caslini sagte mir:
"Genug der Theorie, jetzt kommt die Praxis!" 
Diese junge Frau blieb sechs Monate in meiner Betreuung. 
Dies war mein Einstieg in die Suchthilfe. Darauf kamen spontan junge Menschen zu mir mit der Bitte, Ihnen zu helfen.
Von 1981 bis 1990 nahm diese Aktivität bei mir keine festen Strukturen an. Es war eine unentgeltliche Nebenbeschäftigung. 1991 hat mich das Jugendgericht Bern angefragt, einen jungen Mann aufzunehmen.
Seither wurde diese Arbeit zu meinem Beruf. Danach hatte ich ununterbrochen ein bis drei Gäste. Was ich in diesem Bereich gelernt habe, nahm ich aus der Erfahrung dieser Jahre. Einigen Menschen verhalf ich so zur vollständigen Suchtfreiheit und sozialen Eingliederung, bei anderen gelang es mir nur teilweise und wieder andere landeten erneut auf der Gasse. Mit meiner heutigen Erfahrung glaube ich nicht, dass man Meditation allgemein in allen Therapiestellen einführen kann.
Dazu braucht es jemand, der eigene langjährige Erfahrung damit hat. Auch muss er an den Menschen interessiert sein und nicht nur an seiner Technik. Was ich hingegen jeder Therapiegemeinschaft herzlich empfehlen könnte, ist das tägliche Singen, insbesondere das Mantra-Singen. Singen ist etwas so Einfaches, aber absolut Geniales in seiner Auswirkung. Jeder Mensch lernt so seine Gefühle fliessen zu lassen.
Für das Herz hat es eine wohltuende und heilende Wirkung.
Ein Tag, der mit Singen angefangen hat, ist ein besserer Tag!

Heute haben wir die Anerkennung vom Sozialdepartement des Kanton Tessin als
Stationäre Einrichtung der Suchthilfe.

Durch das Fehlen einer externen Trägerschaft mit der Trennung der betrieblichen, fachspezifischen und externen Aufsichtsstrukturen wurden wir in der Datenbank KOSTE nicht aufgenommen.

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